Italien liegt am Mittellandkanal
„Krach in Lübbecke“ bringt in diesem Sommer italienisches Temperament mitten auf den Marktplatz.
Regisseur Mario Holetzeck wagt dabei ein ebenso mutiges wie charmantes Experiment: Carlo Goldonis berühmte venezianische Komödie „Krach in Chioggia“ aus dem Jahr 1761 wird kurzerhand nach Lübbecke verlegt. Und erstaunlicherweise fühlt sich das Stück hier sofort zuhause. Schließlich gibt es auch in Lübbecke Wasser, starke Charaktere, hitzige Diskussionen und genügend Stoff für Gerüchte, Missverständnisse und große Gefühle.
Zwischen Brunnen, Bäumen und Häuserfassaden entsteht eine sommerliche Theaterwelt voller Leben. Figuren mit skurrilen Namen wie Titta Nane, Chekka Weißkäse oder Toffolo Murmeltier sorgen für turbulente Szenen, Wortgefechte und komische Verwicklungen. Gespielt wird die Produktion von einem generationenübergreifenden Ensemble aus Lübbecke, darunter auch mehrere junge Darstellerinnen und Darsteller zwischen 10 und 14 Jahren, die sich mit bemerkenswerter Spielfreude auf die temperamentvolle Komödie einlassen.
Im Mittelpunkt steht eine eng verbundene Gemeinschaft am Mittellandkanal: Während die Fischer unterwegs sind, geraten die Frauen des Dorfes in Streit. Eifersucht, Gerüchte und kleine Provokationen bringen schnell Unruhe in die Nachbarschaft. Als die Männer zurückkehren, eskaliert die Situation zunehmend. Freundschaften geraten ins Wanken, Verlobungen lösen sich auf und erst nach zahlreichen chaotischen Versöhnungsversuchen finden die Liebenden wieder zueinander.
Gerade diese Mischung aus Humor, Lebensnähe und Wärme macht den besonderen Reiz des Stückes aus. „Krach in Lübbecke“ erzählt mit leichter Hand vom menschlichen Miteinander — vom Streiten, Versöhnen und davon, wie wichtig Gemeinschaft und Begegnung für eine Stadt sind.
Getragen wird die Produktion von der Theatergruppe „TheaterWerk Lübbecke“, die aus den erfolgreichen Stadtproduktionen der vergangenen Jahre hervorgegangen ist. Viele Mitwirkende standen bereits bei „Stadthalle goes underground“ oder dem „Stadt-Theater-Spektakel“ gemeinsam auf der Bühne. Inzwischen hat sich daraus eine feste kreative Gruppe entwickelt, die mit großem Engagement und sichtbarer Freude zusammenarbeitet.
Auch hinter den Kulissen wirken zahlreiche kreative Köpfe mit: Die Choreographie übernimmt erneut die Dresdner Choreografin Gundula Peuthert, die fantasievollen Kostüme stammen von der Lübbeckerin Natascha Focke. Die Gesamtleitung auf Seiten der Stadt liegt wieder bei Kulturmanagerin Linda Kowsky.
Die Aufführungen finden am 27. Juni, 4. Juli und 11. Juli jeweils um 18 Uhr auf dem Lübbecker Marktplatz statt. Tickets kosten 15 Euro, ermäßigt 5 Euro für Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Auszubildende. Erhältlich sind sie online über Reservix sowie in der Mediothek Lübbecke.
